Abgefahren Titelbild

28. April – 28. Mai 2022

Autowandel rund um das
Freilandmuseum Bad Windsheim

Liebes Freilandtheaterpublikum!

Im Jahr 2022 geht es für uns alle nach zwei Jahren des eingesperrten und eingeschränkten Seins endlich wieder hinaus – auch wenn die Pandemie noch lange nicht vorbei zu sein scheint. In den letzten beiden Jahren hat das FLT mit seinen Wandeltheatern unverschämtes (und doch auch hart erarbeitetes) Glück gehabt – wir hatten unsere Spielzeiten immer in die Abkühlphasen der Inzidenzzahlen gelegt. Kein Zufall zwar, sondern kluge Planung – aber doch auch Glück.

Theater in der Pandemie

Wir haben uns während des letzten Kulturlockdowns überlegt: Wie können wir Theater machen, selbst wenn da draußen die Pandemie wütet? Wenn die vierte, fünfte oder zehnte Welle kommt? Es steht zu erwarten, dass wir und so viele andere Kulturschaffende bei jeder neuen Welle wieder die ersten sind, bei denen alles gestrichen, eingeschränkt und verboten wird. Das Theater erscheint als ein Luxusartikel, auf den man als erstes verzichten kann. Welch ein Irrtum. Denn Kultur – als Theater, Bildende Kunst, Tanz, Musik und als das gemeinsame Erleben von Geschichten – ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Wir leben nun mal nicht vom Brot allein, sondern wir können nur blühen und gedeihen, wenn da mehr ist als Arbeit, Essen und das abendliche Heimkino auf dem Sofa. Kultur will von den Schaffenden gelebt und vom Publikum erlebt werden!

Innovatives Theater

Wir wollten endlich wieder eine ganze Geschichte erzählen. Und so wurde Abgefahren zu einem Road Trip, einer Höllenfahrt, einem rollenden Hörspiel, einer Theaterexpedition, kurz: zu einer völlig neuen Form des theatralen Erzählens, die es so noch nie gegeben hat. Darum – und weil wir eine absolut coronataugliche Theaterform jenseits des Streamings gefunden haben – wird unser Projekt von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien über die DTHG gefördert.

Neue Wege für das Publikum

Wir verwandeln die Autos unseres Publikums in kleine, pandemiesichere Theatersäle. Das ist innovativ, sinnvoll und auch nachhaltig. Wir müssen keine Tribüne aufbauen, denn die Autos gibt es ja schon. Wir lassen unser Publikum ein paar kurze Strecken mit diesen Autos fahren, denn so können wir Orte bespielen, die sonst niemals als Theaterschauplätze in Frage kämen.

Autowandel Fahrt Freilandtheater

Kultur kostet Energie

Wir sind mit dem Konzept des automobilen Wandeltheaters ökologisch auf einem richtigen und respektvollen Weg, selbst wenn im Moment ein Großteil der Fahrzeuge noch mit Verbrennungsmotoren unterwegs ist. Die Wege sind kurz, die Fahrzeuge mit jeweils vier Zuschauenden gut besetzt. Der Energieeinsatz für unser neues Konzept ist dadurch geringer als für unsere großen Freilichtproduktionen – inklusive Auf- und Abbau der Tribüne, Energie für Ton und Beleuchtung etc. – ganz zu schweigen von der Energie, die wir in einem festen Haus für eine Theateraufführung benötigen würden.
Individuelle Mobilität ist im ländlichen Raum eine Notwendigkeit. Verkehrswende bedeutet hier auch: sinnvolle Auslastung der Fahrzeuge und Umstieg vom Verbrenner auf alternative Antriebsformen. Wir freuen uns über jeden Besuch mit einem ökostrombetriebenen Fahrzeug, das die Umwelt weniger belastet.

Perspektiven für die Zukunft

Nach Sommerwandel, Schachteltheater und Autowandel planen wir für den nächsten Sommer wieder ein großes Tribünenstück. Doch auch hier werden wir darauf achten, Energie sinnvoll einzusetzen. Seit mehreren Jahren stellen wir unsere Beleuchtung auf LED-Technik um, die nur einen Bruchteil der Energie verbraucht wie ein herkömmlicher Scheinwerfer. Unser Dienstwagen ist seit diesem Frühjahr ein von der Sparkasse im Landkreis Neustadt a.d. Aisch gestifteter kleiner E-Smart, der mit dem Ökostrom der Stadtwerke Bad Windsheim betrieben wird.
Wir wünschen Ihnen einen spannenden, mitreißenden, bewegenden und unterhaltenden Theaterabend!

Ihr Christian Laubert
mit dem ganzen FLT-Ensemble